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World Trade Center

Heute ist es drei Jahre her, als es die grauenvollen Anschläge in den USA gab. Was habe ich vor drei Jahren gemacht? Also, ich weiß noch, dass ich an dem Tag frei hatte. Warum? Ich hatte – mal wieder – einen Drehtag als Komparse. Bis heute weiß ich nicht mal den Titel des Filmes. Morgens um 8.00 Uhr ging es los. Wir drehten in einer U-Bahn-Haltestelle bzw. U-Bahn ziemlich am Rand von Hamburg. Das Ende der Dreharbeiten war gegen 18.00 Uhr. Dann bin ich direkt nach Hause gefahren, weil den Abend noch eine Party von big spender sein sollte und ich dort als Schwester auftauchen wollte (also Schminkorgie etc.).

Nebenbei lief also Musik von CD. Irgendwann gegen 20.00 Uhr wollte ich dann von CD auf MTV wechseln…Schwarzbild… ich gezappt und dann sah ich erste Bilder. Ich konnte erst gar nicht einordnen, was da auf allen Kanälen lief. Hängengeblieben bin ich dann bei RTL. Ich konnte das im Laufe des Abends/der Nacht alles so gar nicht fassen. Da saß ich also, fertig geschminkt und schaute TV. Schon ziemlich surreal. Naja, ich habe mich dann nebenbei wieder abgeschminkt und habe dann die ganze Nacht TV geschaut. Ein paar mal mußte ich wirklich heulen.Viel schlimmer wurde es aber erst in den Tagen danach, wie z.B. bei einem Bericht, wo ein Helfer unter Tränen erzählte, dass er einen Schuh aufgehoben hatte und da steckte dann noch der Fuß drin. Furchtbar!

Ach so, die Party wurde übrigens natürlich auch abgesagt. Und erst später ist mir aufgefallen, das ich mich noch gewundert hatte, warum es so seltsam ruhig auf der Reeperbahn war, als ich nach Hause kam. Ach ja, und dann erinnere ich mich noch, dass mir mitten in der Nacht einfiel, dass Madonna ja den Abend eigentlich in LA auftreten sollte. Dieses wurde ja abgesagt und fand dann einige Tage später statt.

Dann erinnere ich mich noch, dass es einige Tage später eine Gedenkveranstaltung auf dem Hamburger Rathausmarkt gab. Er war hoffnungslos überfüllt. Dort wurden auch an den beiden großen Fahnenmasten zahlreiche Blumen und Kerzen niedergelgt. Die meisten wurden natürlich zur amerikanischen Botschaft an der Alster gebracht. Die Botschaft selber wurde da schon mit Betonblöcken und Panzerfahrzeugen abgeriegelt. Das hat sich übrigens bis heute kaum geändert. Mitten an den Spazierwegen an der Alster auf einmal eine Festung, und dass auch noch 3 Jahre danach. Autoverkehr gibt es dort schon seit dem 11.09.2001 nicht mehr.


11’09″01

In den folgenden Monaten und Jahren gab es dann einige gute und bewegende Filme zu dem Thema. Zum einen den Film 11’9″01 von 11 verschiedenen Regisseuren, wobei jeder Film 11 Minuten, 9 Sekunden und 1 Bild lang ist. Sehr unterschiedliche Filme, aber ich fand die unterschiedlichen Beiträge auch sehr unterschiedlich. Sehr beeindruckend fand ich die Beiträge aus Frankreich (mit einer Gehörlosen), den aus Afrika, den von Sean Penn und den aus Mexico (war das glaube ich, fast nur schwarzer Bildschirm). Auch der Beitrag aus Bosnien-Herzogovina war anrührend und besonders gut war der Beitrag aus Indien. Sehr seltsam hingegen war wirklich der aus Japan. Und fast schon amüsant der Beitrag aus Israel mit einer Reporterin, die sich aufregte, dass sie wegen einem “kleinen” Attentatin den USA und ihrem Bericht über ein Attentat in Israel nicht auf Sendung kommt (“Was interessiert mich New York”, zick rum)


11. September

Noch beklemmender ist allerdings der Dokumentarfilm 11. September der beiden französischen Brüder Jules und Gedeon Naudet. Jules und Gedeon Naudet drehten eine Dokumentation über die New Yorker Feuerwehr. Hierfür tauchten sie zwischen Juni und Oktober 2001 in das Leben der Feuerwehrleute ein. Sie besuchten das Ausbildungs- und Vorbereitungs-Camp und dokumentierten die Arbeit der Einheit “Engine7 / Ladder1″ in Manhattan. Jules Naudet erklärt: “Wir begleiteten täglich die Einsätze, filmten den Alltag dieser toughen Jungs und hatten viel Spass miteinander. Aber niemals hätten wir gedacht, dass wir ungewollt Zeugen der furchtbaren Ereignisse am World Trade Center werden würden.” Jules Naudet begleitet an jenem Morgen des 11. September 2001 seine Einheit, als das erste Flugzeug in die Twin Towers fliegt. Und so war es Zufall, dass Jules Naudet bei einem Routineeinsatz in der Nähe des World Trade Centers die wahrscheinlich einzigen Bilder vom Einschlag des ersten Flugzeuges macht. Sein Feuerwehr-Zug rast sofort zum Tatort und trifft nur wenige Minuten später ein. Er begleitet die Männer in die Lobby des World Trade Center und hält dort als einziger Kameramann die Ereignisse des Einsatzkommandos bis zum Einsturz des Towers fest: Filmmaterial eines schrecklichen Zeitgeschehens!

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