Ein paar persönliche Betrachtungen der vergangenen Wochen…
Wie einige sicher mitbekommen haben, ist vor rund 2 Wochen ist meine Mutter im Alter von 67 Jahren gestorben. Da wir noch nie eine Großfamilie waren, gibt es auch kaum Angehörige. Es gibt neben mir noch meine beiden jüngeren Brüder sowie die beiden Ex-Ehemänner meiner Mutter. Zu beiden katte ich so gar keinen Kontakt mehr (meine Eltern waren z.B. seit 1981 geschieden)
Jedenfalls wurde meine Mutter am 9.5. tot in ihrer Wohnung von ihrer Haushaltshilfe gefunden. Diese Hilfe kam einmal in der Woche um Einkäufe zu erledigen. Ich selber hatte mit meiner Mutter am 2.5. noch telefoniert und wie die Polizei herausbekommen hatte, war am 3.5. ihr Hausarzt bei ihr, der ihr sogar eine Überweisung ins Krankenhaus wegen ihrer Diabetis ausgestellt hatte. Was aber danach passiert ist, ist unklar.
Ich als ältester Sohn habe mich dann um die ganzen Formalitäten gekümmert und dabei mußte ich dann feststellen, das es echt schwierig ist, irgendwas festzulegen, wenn man so gar keine Vorstellung davon hat, was sich jemand vielleicht für seine Beerdigung gewünscht hatte. Das fängt bei der Musik an, geht über die Wahl des Sarges und hört mit den Blumen noch längst nicht auf.Jedenfalls haben wir uns am Ende für einen hellen Sarg (italienische Form, der wirkt nicht so klobig) mit einem Gesteck aus gelben/orangenen Blumen entschieden. Eigentlich hätten es ja Sonnenblumen sein sollen, aber die sind im Moment schwer zu bekommen. Nun waren es so Sonnenblumenähnliche Blumen.
Bei der Musik ist es dann doch auf die eher klassische Orgelmusik hinausgelaufen, aber im Nachinein habe ich für mich entschieden: Bei meiner Beerdigung keine Orgel. Ich tendiere da im Moment eher zu einem Geigenspieler. Zumindest etwas “moderner” war die Musik denn doch, denn eines der Stücke war “Nearer my God to thee”, welches viele sicher aus dem Film Titanic kennen.Die Beerdigung war nun am vergangenen Freitag. Es war eine eher kleine Trauergemeinde. Hoch anrechnen tue ich es aber meinem Vater, dass er dabei war. Das konnte man von ihrem zweiten Ehemann nicht sagen, denn der glänzte durch Abwesenheit, obwohl sie wohl immer noch Kontakt hatten und er sogar noch vor uns Kindern von dem Tod meiner Mutter wußte. Da wir alle drei nicht mehr in Hidlesheim wohnen und natürlich aufgrund der zweiten Ehe meiner Mutter einen anderen Nachnamen haben, hat die Polizei erst einige Mühe gehabt, uns ausfindig zu machen.
Viel erschreckender fand ich dann aber folgendes: Ich hatte in der ganzen Zeit nicht einmal wirklich getrauert -. will sagen geweint. Und das passierte selbst bei der Beerdigung nicht. Dabei bin ich sonst jemand, der schon bei traurigen Filmen Rotz und Wasser heult. Und ich kann mich an keine Beerdigung erinnern, bei der ich war, bei der ich nicht geweint hätte. Soweit ich mich erinnere war eine der letzten Beerdigungen sogar die von Stefan. Jedenfalls ist das eine Sache, die mich noch immer beschäftigt. Warum ist es ausgerechnet bei meiner Mutter ganz anders gewesen?Auf alle Fälle habe ich für mich nun beschlossen, mir endlich mal Gedanken darüber zu machen, wie meine Beerdigung ablaufen sollte. Und dabei mache ich mir wohl zunächst Gedanken um die Musik.
Einige der Stücke, die ich hier jetzt mal nenne hatte ich ja auch schon in der engeren Wahl für die Trauerfeier meiner Mutter.
- Nearer my God to thee (s.o.)
- Angels in America (Title Theme)
- Annie Lennox/Into the West (aus HdR)
- Howard Shore/The Grey Havens (aus HdR)
- Rose (aus Titanic)
- The Portrait (aus Titanic)
- My Way (Instrumentalversion)











