Am Samstag war wieder frühes Aufstehen angesagt. Schließlich musste „Schwester“ ja in die Maske, damit wir rechtzeitig zur Parade anwesend waren, und das war um 11.00 Uhr.

Das Hamburger CSD-Wetter war – wieder mal – eher durchwachsen. Es war kalt und es hat auch immer mal wieder den einen oder anderen Regenschauer gegeben. Nun, was gibt es zunächst zur Parade zu sagen. Wie auch schon in den Vorjahren dominierten natürlich wieder die Fahrzeuge. Fußgruppen scheint es von Jahr zu Jahr immer weniger zu geben.Also bildete ich mit Gardist Esteban S.P.I., Novizin Desi Virginia S.P.I und unserem Erzengel Moritz ein kleines Grüppchen. Ich persönlich hatte aufgrund der völlig neuen Strecke ja damit gerechnet, dass es von der Glacischaussee bis zum Rödingsmarkt eine ziemlich öde Strecke würden werde. Aber welch Überraschung, trotz des Wetters hatten sich da doch ziemlich viele Leute eingefunden. Also wurden fleißig Kondome und Lollies verteilt. In Richtung Mönckebergstraße wurde es dann auch zunehmend voller. Hier sollte es nach dem traditionellen Stopp ja auch zum Weltrekordversuch – der Gruppenumarmung kommen. Allerdings standen wir so mitten zwischen zwei Wagen mit Musik (Radio Hamburg übertrug diesen Weltrekordversuch live) dass wir fast gar nichts mitbekamen und auf einmal lief schon der Countdown der 10 Sekunden. Aber geschafft wurde es trotzdem und so langen sich nach Polizeiangaben rund 8.000 Pärchen in den Armen.
Und dann ging es irgendwann auch weiter in Richtung „Lange Reihe“ Hier war es dann aber auch ziemlich voll. Es ging nur sehr langsam voran. Man traf viele bekannte Gesichter und hielt den einen oder anderen Klönschnack. Dann wurde sich ein wenig hingesetzt und gemeinsam mit Olivia Jones und Valerie Pearl geklönt.
Gegen 18.00 Uhr ging es dann zum Gedenkminute für die an Aids verstorbenen Hamburger. 2.300 schwarze Luftballons sollten gen Himmel geschickt werden. Untermalt wurde das ganze von Lucy (Ex-No Angels). Sie sang dazu den Song „The Rose“ (in Original von Bette Midler) Allerdings schienen einige Leute überhaupt nicht den Sinn und Hintergrund erfasst zu haben, denn sie griffen sich auf einmal einzelne Ballons und wollten die als „Give Aways“ behalten. Hallo?? Das hat mich schon ziemlich geärgert.

Danach ging es dann zum Aufwärmen nach Hause. Allerdings geriet ich mit meiner Novizin dann mitten in eine Horde vorpubertärer Teenies, die meinten uns beschimpfen zu müssen und sogar hinter uns herzulaufen. Als ich auf die dämlichen Sprüche antwortete, sie sollen sich mal abregen und zusehen, dass sie Land meinte doch glatt einer, er müsse sich vor meiner Haustür produzieren und hämmerte und trat gegen die Tür. Irgendwann war Ruhe, allerdings stellte sich dann heraus, das er glatt ein Loch in die Tür getreten hat. Zwar relativ klein, aber immerhin.
Da wurde dann doch gleich mal die Aussage unseres Justizsenators revidiert von wegen in Hamburg brauche man sich nicht verstecken und so weiter. Aber wahrscheinlich wäre ich dann noch selber schuld, denn ich müsse ja nicht als „Schwester“ rumlaufen.
Linktipps:
www.hamburg-pride.de
www.pinkchannel.net