Stefan Raab macht sich im Moment einen Spaß daraus, in seiner Show TV Total für die “Freilassung” von Max Buskohl zu plädieren. An und für sich kann er das ja gerne tun. Das ich Max eh für völlig überbewertet halte, habe ich ja schon diverse Male erwähnt. Allerdings schießt Raab mit einer Sache ganz gewaltig über das Ziel hinaus. Er benutzt nämlich ein verändertes Geiselbild der RAF und fordert die Freilassung von MAx aus den Händen von RTL. Ich weiß nicht, ob es vielleicht daran liegt, dass ich die Originalbilder der damaligen Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer selbst miterlebt habe, aber ich finde diese Art der angebliche Satire weit unterhalb jeglichen Niveaus. Das das Niveau von Stefan Raab eh machmal schon ziemlich niedrig ist, ist ja nichts neues, aber mit dieser Aktion stellt er sich selber ein Armuntzeugnis aus. Ich finde es ganz und gar nicht witzig.
Hier mal ein Artikel von web.de:
RAF-Fotomontage von Stefan Raab sorgt für Empörung
München (afp/dpa) – Die Präsentation einer Fotomontage des Pro-7-Moderators Stefan Raab in seiner Sendung “TV-TOTAL” vom Donnerstag hat bei Politikern und Angehörigen von RAF-Opfern Empörung und Entsetzen ausgelöst.
Das berichtete die “Bild”-Zeitung. Raab hatte Max Buskohl, den gefeuerten Kandidaten der RTL-Casting-Show “Deutschland sucht den Superstar”, als Terror-Geisel vor rotem Stern und Maschinengewehr gezeigt. “Seit 196 Tagen Gefangener von R.T.L.” stand auf dem Plakat vor Buskohls Brust – ganz im Stil der Botschaft, mit der RAF-Terroristen 1977 Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer vorführten.
Schleyers Familie zeigte sich “entsetzt” über Raabs Entgleisungen. Schleyer-Sohn Jörg sagte “Bild”: “Auf Kosten der RAF-Opfer wird hier ein schlimmes Verbrechen ins Lächerliche gezogen und verharmlost. Das geht weit unter die Gürtellinie, hat nichts mehr mit Satire oder gar Humor zu tun.” RAF-Experte, Jurist und Buchautor Butz Peters sagte: “Scherze dieser Art verbieten sich angesichts der brutalen Taten der RAF.” “Wer Fotos von RAF-Opfern für Show-Effekte nutzt, handelt unverantwortlich. So wird die Erinnerung an die schweren Verbrechen der RAF der Lächerlichkeit preisgeben”, kritisierte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). “Ich appelliere an die Verantwortlichen im Fernsehen, durch die Art und Weise ihrer Sendungen nicht dazu beizutragen, dass die Verbrechen der RAF bagatellisiert und die Gefühle der Angehörigen verletzt werden.”
“Stefan Raab verletzt die Gefühle der Hinterbliebenen, verhöhnt die Opfer”, sagte CDU-Medienpolitikerin Rita Pawelski. Auch der von Raab angegriffene “Superstar”-Sender reagierte laut “Bild” empört. Ein RTL-Sprecher sagte der Zeitung: “Das Thema RAF als Hintergrund für vermeintliche Witze zu wählen, ist mehr als geschmacklos, insbesondere den Opfern und ihren Angehörigen gegenüber. Wir finden es sehr bedenklich, dass ProSieben solche Töne gegenüber Wettbewerbern anschlägt.”
Ein Pro7-Sprecher reagierte gelassen. “TV Total ist Satire. Jeder versteht, worum es Stefan Raab bei dieser Aktion ging.” Raab sagte der “Bild”-Zeitung, er habe damit nicht die Opfer der RAF verunglimpfen wollen. “Ich kritisiere die Knebelverträge von RTL”.