Archiv für die Kategorie „Politik“

Das Rauschen im Medienwald…

Dies und Das, Politik, schwul | Posted by idrzewiecki
Jul 29 2005

Bezüglich der zwei im Iran hingerichteten jungen Schwulen rauscht es im Medienwald gewaltig. So kann man dazu bei Spiegel Online folgenden Artikel lesen:

Iran inszeniert Hinrichtung Jugendlicher als Spektakel
Von Jens Todt

Im iranischen Mashad sind zwei Jugendliche wegen Raubes, Alkoholkonsums und homosexueller Übergriffe vor einer großen Zuschauermenge gehängt worden. Amnesty International klagt die barbarische Praxis an.

Berlin – Die beiden Angeklagten sollen einem Reporter der studentischen iranischen Nachrichtenagentur ISNA zufolge kurz vor der Hinrichtung beteuert haben, dass sie ihr Vergehen über ein Jahr nach der Tat bereuten und einsichtig seien. Einer der Angeklagten habe zwar gewusst, dass homosexuelle Handlungen strafbar seien, allerdings nicht, dass sie mit dem Tode bestraft würden.

Ayaz Marhoni, 18, und Mahmoud Asgari, 16, wurde Raub, Alkoholkonsum und ein sexueller Übergriff auf einen Dreizehnjährigen vorgeworfen. Vor ihrer Hinrichtung am vergangenen Dienstag waren sie bereits vierzehn Monate lang in Haft. Dem Bericht zufolge haben die Delinquenten vor der Exekution auf einer Straßenkreuzung in Mashad nahe der Grenze zu Turkmenistan vor einer johlenden Menge 228 Peitschenhiebe über sich ergehen lassen müssen. Die anschließende Hinrichtung fand ebenfalls unter den Augen vieler Zuschauer statt.

Razaz Zadeh, Asgaris Anwalt, hatte Berufung gegen das Urteil aus der ersten Instanz eingelegt, da sein Mandant noch minderjährig sei – das Oberste Gericht in Teheran hatte das Todesurteil jedoch bestätigt. Im Iran sind männliche Straftäter im Alter von 15 Jahren voll strafmündig, Mädchen sogar schon ab neun Jahren.

Wenige Tage vor der Hinrichtung in Mashad war ein weiterer Mann gehängt worden, der zur Tatzeit noch minderjährig war. Der 20-jährige Ali Safarpour wurde in Poldokhtar exekutiert, weil er im Alter von 16 Jahren einen Polizisten getötet haben soll. Nach Angaben von Amnesty sind allein in diesem Jahr 42 Hinrichtungen im Iran dokumentiert, die wahre Zahl könnte allerdings noch deutlich höher sein, so die Menschenrechtsorganisation. Mindestens vier der Exekutierten waren zur Tatzeit noch minderjährig.

“Wir fordern seit Jahren vom iranischen Parlament und vom Wächterrat, Todesstrafen für Minderjährige abzuschaffen”, so Ruth Jüttner von Amnesty International. Nach Informationen von Amnesty warten in Irans Gefängnissen derzeit weitere 30 Jugendliche auf ihre Hinrichtung.

© SPIEGEL ONLINE 2005

Neben dem Spiegel Online hat sich aber auch die BILD-Zeitung der Sache angenommen. Allerdings in deutlich reißerischer Form. Die harte Kritik dazu kann man jetzt im BILD-Blog nachlesen und sich nur noch wundern.

Fundstück des Tages

Fundstücke, Politik, schwul | Posted by idrzewiecki
Jul 28 2005

Riesen-Ärger um “Homo-Fibel” für Lehrer
In dem Handbuch, das noch die im Mai abgewählte rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen herausgegeben hat, werden Pädagogen dazu angehalten, im Unterricht Sätze zu vermitteln wie:
„Mein Schatz, schwul zu sein ist ganz normal.“

In dem Leitfaden heißt es, Lehrer sollten die Schüler aufklären, daß man nicht „durch gegenseitiges Masturbieren oder durch das Berühren von gleichgeschlechtlichen Partnern lesbisch oder schwul werden“ kann.

Weitere “Anregungen” für den Umgang mit dem Thema Gleichgeschlechtlichkeit:

  • „Achten Sie darauf, das Sie Lesbisch- und Schwulsein nicht nur als Problem, sondern als eine Lebensform neben vielen anderen gleichbedeutend darstellen.“
  • „Nehmen Sie Texte, die sich mit Lesben und Schwulen auseinandersetzen, in die Listen von Pflicht- und empfohlener Lektüre auf!“
  • „Verwenden Sie durchgängig geschlechtsneutrale Formulierungen.“
  • „Legen Sie an gut sichtbaren Stellen Broschüren zum Thema lesbisch-schwule Lebensweisen aus.“
  • „Laden Sie Personen von Lesben und Schwulen-Projekten in den Unterricht ein.“
  • „Arbeiten Sie mit den persönlichen Erfahrungen der Jugendlichen mit Lesben, Schwulen und Migrantinnen/Migranten.“
  • „Sorgen Sie dafür, daß in der (Schul-)Bibliothek Sachbücher und Romane über Homosexualität, Coming-Out, (berühmte) Lesben und Schwule vorhanden sind.“

Das CDU-geführte Düsseldorfer Kultusministerium will die von der rot-grünen Vorgänger-Regierung eingeführte Lehrer-Fibel jetzt zurückziehen. „Wir dürfen unseren Kindern nicht das Gefühl geben, daß schwul oder lesbisch zu sein bald Pflicht wird“, so ein Sprecher von Ministerin Barbara Sommer (CDU).

aus: BILD Online

Schwulsein kann tödlich sein…

Dies und Das, Politik, schwul | Posted by idrzewiecki
Jul 27 2005

In den letzten Tagen sind mir gleich zwei Meldungen in die Hände gefallen. Zum einen gab es die folgende Meldung über die Hinrichtung zweier junger Schwuler im Iran:

Zwei jugendliche Schwule in Mashhad/Iran hingerichtet
Mittwoch, den 20.07.05

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Das Urteil zwei jugendliche Männer hinzurichten, die gleichgeschlechtliche Liebe praktizierten, wurde in Mashhad, im Osten Irans vollstreckt. Nach Informationen der Studentischen Presseagentur Iran (ISNA) kündigten die Verantwortlichen des Landkreises 19 an, die beiden Jugendlichen, einer von ihnen unter 18 Jahre, aufgrund ihrer homosexuellen Praxis öffentlich hinzurichten. Die Hinrichtung durch Erhängung fand öffentlich und im Beisein einer Vielzahl von Zuschauern statt.

Kurze Zeit vor der Hinrichtung hatte der Reporter der ISNA die Möglichkeit mit den Angeklagten zu sprechen. Diese wiederholten mehrmals, dass sie vierzehn Monate nach dem Urteil ihre Tat bereuten und einsichtig seien. Einer der Angeklagten sagte sogar er wusste vorher nicht, dass die homosexuelle Praxis mit dem Tode bestraft wird. Er wusste aber schon, dass diese Praxis strafbar sei. Der Anwalt des minderjährigen Angeklagten Ruhollah Rasaszadeh erklärte er habe nach dem ersten Urteil Widerspruch eingelegt mit Verweis auf die Minderjährigkeit seines Mandanten. Das Hohe Gericht jedoch bestätigte das Urteil in der ersten Instanz. Das Urteil des Landkreises 19 wurde von der höchsten gerichtlichen Instanz im Iran überprüft und bestätigt und am 20. Juli vollstreckt. Originalmeldung (www.peykeiran.com)

Vor diesem Hintergrund ist es dann für mich umso unverständlicher, wenn ein deutsches Gericht einen schwulen Iraner in seine “Heimat” abschieben will. In der Begründung des Verwaltungsgerichtes liest sich das dann so:

Andre Aragolis Asylantrag wird vom Verwaltungsgericht Kassel 2004 endgültig abgelehnt. Zwar sei Aragoli “irreversibel homosexuell” und in Iran seien homosexuelle Handlungen “mit der Todesstrafe bedroht”. Eine Gefahr bestehe für Aragoli nur dann, “wenn er seiner homosexuellen Neigung nachgebend sexuelle Handlungen mit Männern pflegen würde”. Lebensgefahr könne man jedenfalls nicht erkennen.”

Linktipp:
Ausführliche Infos über den Fall Aragolis (inklusive Anschriften, Petitionen usw.)

Ein Statement…

Madonna, Politik | Posted by idrzewiecki
Jul 08 2005
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Live 8

Konzert, Musik, Politik | Posted by idrzewiecki
Jul 03 2005

Wie cool war dieses Event bitte?? Ok, ich habe es per Videostream ja hauptsächlich wegen Madonna verfolgt. Aber auch einige andere der Auftritte waren sehr gut. So beispielsweise der von Annie Lennox.

Besonders ihr erste Song “Why” ging wirklich unter die Haut. Aber auch “Little Bird” und “Sweet Dreams” waren Klasse. Und wer hat Annie Lennox angekündigt?? Der strohblonde Brad Pitt!

Auch er Auftritt von Dido war sehr gut, zuerst hat sie “White Flag” gesungen und dann gemeinsam mit Youssou N’Dour “Thank You” & “7 Seconds” (!!) .

Am frühen Abend war es dann soweit: Madonna war an der Reihe. Sie und alle anderen Mitwirkenden auf der Bühne waren in weiß gekleidet. Madonna startete dann auch gleich mit dem ersten Knaller, nämlich “Like A Prayer” zusammen mit einem Gospel Chor!. Aber madonna wäre nicht Madonna, wenn da nicht noch mehr kommen würde, und das war zunächst “Ray Of Light” und anschließend eine ziemlich coole Performance mit “Music”, wo der ganze Hyde Park von Madonna zum Mitmachen aufgefordert wurde. Damit war das Motto eigentlich hervorragend umrissen: “Music makes the people come together!”.

Die nächste lustige Ansage war dann von Dawn French, welche ihre “Zwillingsschwester” ankündigte. Die gleichen Beine, die gleiche Figur und eben sowie diese Ähnlichkeit… und es war dann Mariah Carey!

Später am Abend dann der Jubel bei David Beckham. Ok, er ist wirklich dumm wie ein Knäckebrot, aber immerhin kündigte er dann Robbie Williams an.

Er war für mich an diesem Abend sozusagen die “männliche” Madonna was die Show betraf. Er startete mit “We will rock you” welches dann in “Let me entertain you” überging. Es folgten dann die Songs “Feel” und Angels”.

Leider spielten zur gleichen Zeit in Berlin Faithless, so dass ich die glatt verpaßt habe. Und von Björk in Tokio hätte ich gerne auch mehr gesehen.

Linktipps:
www.live8live.com
AOL Video Streams

1985 – 2005 = Von Live Aid zu Live 8

Konzert, Musik, Politik | Posted by idrzewiecki
Jul 01 2005

Morgen ist es soweit. Mit insgesamt 9 Konzerten geht das wahrscheinlich größte Live-Spekatakle namens Live 8 über die Bühne. Bei Konzerten in Moskau, Paris, Berlin, Philadelphia, Barrie, Tokio, Rom, Johannesburg und London werden sich zahlreiche Stars und Sternchen das Mikrofon in die Hand geben.

Man schaue zurück in die Mitte der Achtziger. Damals gab es eine verheerende Hungersnot in Afrika und mit dem damaligen Live Aid wurde jede Menge Geld gesammelt. Zwischen all den damaligen Stars wurde damals von Bette Midler auch eine Sängerin angekündigt, die sich gerade anschickte, die Welt zu erobern. Sie gab Songs wie “Into the groove“, “Holiday” und “Love makes the world go round” in Philadelphia zum Besten. Ja, genau, es handelte sich dabei um Madonna.

Jetzt genau 20 Jahre später wird Madonna wieder mit dabei sein. Un zwar bei dem Konzert in London im Hyde Park. Nach Berichten soll Madonna die Songs “Ray Of Light“, “Music” und “Like A Prayer” singen. Die Songs sollen mit Videos unterstützt werden, welche sie schon auf ihren vergangenen zwei Tourneen verwendet hat. Für “Ray Of Light” die Sequenzen der Drowned World Tour und für die anderen beiden Songs jene von der Re-invention Tour aus dem vergangenen Jahr. Weiterhin gibt es das Gerücht, dass Madonna für “Like A Prayer” mit einem afrikaischen Kinderchor zusammen singen will. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass sich auch Madonnas offizielle Webseite im Live 8 – Design präsentiert.

In Deutschland gibt es zahlreiche Sender, die dieses Spektakel übertragen werden. Am interessantesten dürfte hierbei sicher die Übertragung des Fernsehsenders Phoenix sein. Von der Künstlerdichte ist sicherlich das Konzert in London das interessanteste, denn neben Madonna treten dort noch diverse andere Künstler auf, angefangen bei Dido, über Coldplay und Robbie Williams bis hin zu Annie Lennox, U2, Elton John und Mariah Carey.

Mehr Infos zu Live 8 und Live Aid gibt es in der Wikipedia.

Link-Tipps:
Offizielle Live 8 – Homepage
Live 8 @ AOL
Live 8 @ Phoenix
Offizielle Madonna-Homepage

Hamburger Justizsenator ohne Ahnung?

Hamburg, Politik | Posted by idrzewiecki
Jun 09 2005

In der Ausgabe der Hamburger Morgenpost (kurz: MoPo) wird der Justizsenator Roger Kusch im Rahmen der Berichterstattung zum CSD interviewt. Er lässt dabei einige Aussagen von Stapel, die sich offenbar fernab jeglicher Realität bewegen. Den größten Klopfer leistet er sich aber bei dieser Frage:

MOPO: Stichworte sind auch die Kürzungen bei Aids-Projekten, Comingout-Hilfen.

Kusch: Die Comingout-Hilfe war ein unterstützungswertes Unternehmen. Aber in einer Großstadt wie Hamburg im Jahr 2005 kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass eine solche Hilfe noch nötig ist. Und HIV-infizierte Menschen haben in Deutschland volle medizinische Hilfe. Heute ist HIV nicht mehr anders wahrzunehmen als andere Krankheiten.

Da kann Schwester ja nur noch verständnislos mit dem Kopf schütteln. Also musste sich die Mutti mal flugs hinsetzten und gleich einen Leserbrief aufsetzen. Ich möchte den hier Lesenden natürlich nicht vorenthalten. Ob er auch abgedruckt wird, kann ich natürlich nicht beeinflussen.

Interview mit Justizsenator Kusch (MoPo vom 09.06.2005)

Es ist erschreckend, mit was für einer Gleichgültigkeit Senator Kusch in dem Interview behauptet, dass „HIV nicht mehr anders wahrzunehmen wäre, als andere Krankheiten.“ Offenbar hat er sich schon länger nicht mit den steigenden Infektionszahlen gerade bei jüngeren Menschen befasst. Deshalb gilt es hier vielmehr denn je, Gelder heute in geeignete Präventionsmaßnahmen zu investieren, als in Zukunft die viel höheren Ausgaben im Gesundheitswesen zu haben. Wir selber erleben es immer wieder bei unserer Präventionsarbeit, dass junge Menschen ahnungslos wie schon lange nicht mehr sind und viele nicht einmal die einfachsten Fakten kennen. HIV bzw. AIDS ist noch immer eine Krankheit, die in jedem Fall tödlich endet. Man kann sich hiervor aber mit geeigneten Mitteln schützen!

Mit freundlichem Gruß

Mutter Madonna Erotica von Bitch & Virgin S.P.I.
Hausvorstand

Linktipp:
Komplettes Interview in der Online-Ausgabe der MoPo

„Die Epidemie wird uns schlagen“

Politik | Posted by idrzewiecki
Jun 03 2005

Aids wird zunehmend unterschätzt, die Zahl der Infektionen steigt dramatisch. Politiker und Wissenschaftler fordern ein entschiedenes Handeln im Kampf gegen die Seuche

Aidsinfektionen nehmen wieder dramatisch zu. In Europa seien die Neuinfektionen mit dem Aidserreger HIV unter Heterosexuellen in den vergangenen Jahren um 122 Prozent in die Höhe geschnellt, warnten Wissenschaftler am Mittwoch zu Beginn des deutsch-österreichischen Aids-Kongresses in Wien. 40 Prozent der Infizierten seien inzwischen Frauen, außerdem würden die Betroffenen immer jünger. Dabei ignorierten immer mehr Menschen die jahrelang gepredigten Regeln des „Safer Sex“.

“In Sachen HIV-Infektion ist heute alles andere als Entwarnung angesagt“, warnte die Kongresspräsidentin Brigitte Schmied (Wien) zur Eröffnung der Tagung. Weltweit infizierten sich täglich 14.000 Menschen neu, etwa 100 davon in Europa. Zwischen 1997 und 2002 sei die Zahl der neu diagnostizierten Fälle in Europa um durchschnittlich 46 Prozent pro Jahr gestiegen. Während die Neuinfektionen unter Heterosexuellen besonders stark (122 Prozent) zugenommen hätten, seien sie bei Drogenabhängigen sogar um 16 Prozent gefallen. Nach jahrelangem Rückgang sei zwischen 2001 und 2002 auch die Zahl der neu infizierten Homosexuellen wieder um 22 Prozent gestiegen.

Sorgen bereitet den Wissenschaftlern das nachlassende Schutzverhalten der Bevölkerung. Der „Therapie-Optimismus“ verleite viele Menschen dazu, das Aidsvirus nicht mehr als gefährlich einzuschätzen und stattdessen auf die modernen Behandlungsmöglichkeiten zu setzen. Dabei werden die Betroffenen immer jünger. In Westeuropa liegt das Durchschnittsalter Neuinfizierter bei 40 Jahren. In Osteuropa seien dagegen bereits 80 Prozent der Infizierten unter 30 Jahren, sagte Schmied.

Der Präsident der deutschen Aids-Gesellschaft, Norbert Brockmeyer (Universität Bochum) wies vor den rund 2000 Kongressteilnehmern darauf hin, dass Aidsviren in Deutschland durch fehlerhafte Therapien oder falsche Einnahme von Medikamenten immer häufiger resistent würden. 16 Prozent der Erreger wiesen bereits solche Tendenzen auf. Angesichts dieser Entwicklung sei es zwingend notwenidg, dass die Krankenkassen künftig die Kosten eines Resistenztests zu Beginn einer HIV-Behandlung übernähmen, forderte Brockmeyer. Dies sei auch dann erforderlich, wenn ein Patient bisher nicht behandelt worden sei. Bisher gehören die Tests vor der Erstbehandlung nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen.

Nach Angaben der Aidsforscher sprechen in Deutschland bereits 16 Prozent aller unbehandelten HIV-Infizierten auf eine der drei verwendeten Medikamentenklassen nicht mehr an, bei 13 Prozent der HIV-Patienten seien die Erreger bereits gegen zwei Wirkstoffklassen immun, und bei einem Prozent der Patienten reagiere das Virus auf keines der drei meist verbreiteten Medikamente.

Im Rahmen des Kongresses verlieh die deutsche Aids-Stiftung ihren mit 15.000 Euro dotierten Medienpreis. Unter anderem bekam der Auslands-Korrespondent der ZEIT, Bartholomäus Grill, einen Sonderpreis für seine kontinuierliche und engagierte Arbeit zum Thema Aids in Afrika verliehen. Mit dem Medienpreis (bis 1996 Journalistenpreis) zeichnet die Deutsche Aids-Stiftung seit 1987 Medienschaffende aus, die sachkundig über HIV/AIDS berichten und damit zur Solidarität mit Betroffenen beitragen.

Die beunruhigende Ausbreitung des Virus war auch Gegenstand einer UN-Sondersitzung am 1. Juni in New York. Ohne einen „Quantensprung“ im Einsatz aller Länder ist der Kampf gegen Aids nach Überzeugung der Vereinten Nationen nicht zu gewinnen. „Die Epidemie wird uns schlagen, wenn die Politiker und die Öffentlichkeit nicht entschiedener reagieren“, warnte der Direktor von UNAIDS, Peter Piot. Zwar lassen die Maßnahmen vergangener Jahre in sechs Ländern Afrikas, des am stärksten betroffenen Kontinents, erste Erfolge erkennen. Global gesehen sei der Kampf gegen Aids aber noch lange nicht ausreichend, bekräftigte UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Annan richtete bei einem Folgetreffen der UN-Sondersitzung gegen Aids im Jahr 2001 den eindringlichen Appell an Gesundheitsminister und -experten aus 127 Ländern, weitaus mehr Kräfte gegen Aids zu mobilisieren. Um dem tödlichen Virus weltweit Einhalt zu bieten, sind laut Piot derzeit wenigstens 14 bis 16 Milliarden Dollar (11,4 bis 13 Milliarden Euro) pro Jahr erforderlich – das Doppelte der tatsächlich verfügbaren Mittel.

Jüngste Beispiele wie Kamerun, Kenia, Sambia und die Bahamas bewiesen, dass die Zahl der Aidserkrankungen bei entsprechendem Einsatz gesenkt werden können. „Wir wissen, was hilft. Wir wissen, wie wir den Zyklus der Infektionen unterbrechen können“, bekräftigte Annan. Es sei höchste Zeit, diese Kenntnis global einzusetzen. Denn das tödliche Virus habe an Schlagkraft gewonnen . 2004 infizierten sich 4,9 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger HIV und 3,1 Millionen starben an der Krankheit – mehr denn je zuvor.

Obwohl inzwischen vier Mal so viel Geld zur Verfügung steht wie 2001 konnten Ende 2004 nach dem jüngsten Bericht des Generalsekretärs nur zwölf Prozent der sechs Millionen HIV-Infizierten weltweit angemessen behandelt werden. Auch vorbeugende Maßnahmen blieben mit 20 Prozent weit hinter dem Ziel zurück. Noch trauriger ist das Bild für Gruppen mit hohem Risiko: Nur 16 Prozent aller Prostituierten, elf Prozent homosexuelle Männer und fünf Prozent der 13 Millionen Drogenspritzer weltweit wurden durch Präventivmaßnahmen von der Weiterverbreitung des Virus abgehalten.

(c) ZEIT.de, dpa

Make Poverty History – Deine Stimme gegen Armut

Politik, Stars | Posted by idrzewiecki
Mai 11 2005

Diese Aktion stellt eine britische Kampagne zur Armutsbekämpfung dar. Das weiße Band ist das Symbol der Kampagne, mit dem du dein Interesse an der Bekämpfung der Armut ausdrückst.

Bei dem Konzert von Kylie Minogue hier in Hamburg lief auf den Leinwänden vorher auch ein Spot, den man allerdings in dem Konzertumfeld auif die Schnelle gar nicht ganz erfassen konnte. Der Spot ist schwarz-weiß und zahlreiche bekannte Persönlichkeiten sind dort zu sehen, wie sie mit dem Finger schnippen. Der Hintergrund ist der, dass alle 3 Sekunden ein Kind an den Folgen von Armut stirbt. Die verschiedenen Spot kann man sich auf der englischen, als auch auf der deutschen Homepgae anschauen (siehe Linktipps).

Die deutsche Version dieser Aktion nennt sich “Deine Stimme gegen Armut“, unterstützt wird sie auch hier von vielen Prominenten Gesichtern wie Claudia Schiffer, Herbert Grönemeyer, George Clooney oder Günther Jauch. Das Erkennungsmerkmal, nämlich das “weiße Band” kann man sehr leicht selber erstellen oder aber auch bei weltfairsand.de bestellen. Am 1. Juli und 10. September wird es in mehr als 60 Ländern einen White-Band-Day geben, es kann aber auch sonst jeder Zeit getragen werden – als Zeichen, dass man aktiv ist.

Auf der englischen Seite gibt es allerdings auch noch einen weiteren Spot unter dem Titel What has poverty got to do with AIDS?der auf sehr eindringliche Weise schildert, wie ernst das Problem AIDS in Afrika wirklich ist. Daher sei an dieser Stelle auch schon einmal die Aktion “Nacht der Solidarität” am 02. Juli 2005 hingewiesen. Hier werde viele kirchliche und soziale Gruppen mit verschiedensten Aktionen auf das Problem AIDS hinweisen.

Linktipps:
Englische Seite
Deutsche Seite
TV Spot international
What has poverty do with Aids?-Spot
Nacht der Solidarität

Welt-Aids-Tag 2004

Dies und Das, Politik | Posted by idrzewiecki
Dez 01 2004

Und wieder ist es soweit. Es ist der 01.12. und somit wird weltweit auch der sogenannte Welt-Aids-Tag begangen. Und in diesem Jahr ist es offenbar auch wieder besonders wichtig.

Wenn man sich in der letzten Zeit so die aktuellen Meldungen angesehen hat, dann musste man mit Schrecken feststellen, dass die Zahlen der Neuinfektionen weltweit wieder steigen. Besonders betroffen sind hier auch Frauen und junge Menschen. Dazu hier einmal ein aktueller dpa-Bericht:

Junge Deutsche unterschätzen HIV

Frankfurt/Main – Viele unter 30-Jährige unterschätzen nach Ansicht der Aidshilfe Frankfurt die Folgen einer HIV-Infektion. «Durch die medizinische Entwicklung hat sich in vielen Köpfen eingenistet, dass Aids eine behandelbare Krankheit geworden ist».


Das sagte der Leiter der Frankfurter Fach- und Beratungsstelle, Michael Bohl, in einem Gespräch mit dpa zum Weltaidstag am Mittwoch. Die Kehrseite dieser Hoffnungsbotschaft sei aber, dass junge Menschen glaubten, eine HIV-Infektion sei nicht so schlimm. Oder sie machten sich nicht klar, dass die Krankheit tödlich und nicht heilbar ist.
Die Frankfurter Aidshilfe ist nach eigenen Angaben die größte in Deutschland. Sie beschäftigt gut 60 hauptamtliche und rund 150 ehrenamtliche Mitarbeiter.
«Aids hat wieder weniger ein Gesicht», sagte Bohl. Jüngeren Menschen fehle unter anderem die Erfahrung – vor allem vieler homosexueller Männer – aus den vergangenen Jahrzehnten, die den Tod von Freunden erlebt und gesehen hätten, wie die Krankheit Menschen entstelle. Früher hätten die Fachleute den Menschen nach einer Infektion gesagt, sie hätten noch etwa zehn Jahre zu leben. «Und das haben viele nicht erreicht.»Heute gingen die Experten von einer Lebenserwartung von 20 Jahren plus x aus. «Für junge Menschen, die gerade 20 sind, ist das eine zeitliche Dimension, bei der die leichter sagen: ‘Dass ist für mich so weit weg, das kann jetzt nicht mein Verhalten zu stark beeinflussen’.»
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