Artikel-Schlagworte: „Politik“

Rest in Peace – The Loveparade

Musik, Party, Veranstaltungen | Posted by idrzewiecki
Jul 28 2010

Logo der Loveparade

Das ich ausgerechnet nach solch einem Unglück wieder dazu komme, mein Blog zu aktivieren, hätte ich so auch nicht gedacht. Doch als langjähriger Besucher der Loveparade in Berlin lassen mich die Bilder nicht los bzw. machen mich Aussagen der vermeintlich Verantwortlichen zunehmend wütend.

Lang, lang ist es her, als ich noch Mitglied der „Family“ war. Damals aber exzessiv. Seit der zweiten Loveparade im Jahr 1990 war ich jedes Jahr in Berlin, um dort die Loveparade zu feiern. Das ging bis zum Jahr 2000 so, doch dann war das Konzept der Loveparade nicht mehr wirklich mein Ding. Das ging allerdings schon früher los, als die Wagen immer kommerzieller wurden. Plötzlich tummelten sich doch Wagen von irgendwelchen Fernsehsendern bzw. -sendungen wie Big Brother oder irgendwelchen Soaps. Dabei fing alles wirklich mit „Friede, Freude, Eierkuchen“ an. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie man sich mit Freunden und Bekannten traf, am Ku-Damm auf der Wiese saß und wartete, bis es endlich los ging. Wenn dann der erste Wagen auf den Ku-Damm einbog und die Musik startete bekam man eine Gänsehaut und dann wurde friedlich gefeiert. Die ganze Parade über gab es keinen großen Stress und ich glaube auch nicht, dass fast alle dort auf Drogen waren. Ich persönlich habe nie Ecstasy o.ä. Gebraucht um eine geile Party zu feiern, und das war sicher nicht nur bei mir so. Ok, natürlich gab es genug, die sich was eingeworfen haben, aber es immer so darzustellen, als wenn alle nur zugedröhnt waren entspricht zumindest nicht meinen Erfahrungen.

Leider mischten sich im Laufe der Jahre mit steigenden Besucherzahlen auch jede Menge Trittbrettfahrer unter die Besucher. Es war halt geil, wenn man auch mal bei einer Loveparade war. Doch bereits da zeigte sich, wer sich auskannte bzw. wer eben nicht. Nicht umsonst wurden Songs wie „Over The Rainbow“ von Marusha oder „Tears Don’t Lie“ von Mark Oh abwertend als „Kirmestechno“ bezeichnet. Unvergessen beispielsweise Marc Spoon auf der Loveparade, der immer wieder brüllte „Warum seit ihr so Scheiße leise?“ Im Jahr 1995 dann dachte ich erstmals, dass die Stimmung kippt. In diesem Jahr war es am Ku-Damm so voll, dass sich die Massen sogar in die Seitenstraßen stauten. Da wurde das Gedränge schon unangenehm. Doch auch dort ist nichts schwerwiegendes passiert. Im Jahr darauf fand die Loveparade dann auf der neuen Strecke durch den Tiergarten statt. Hier gab es haufenweise Flächen und vor allem, man wurde nicht eingezäunt wie jetzt in Duisburg.

Im Jahr 2001 war dann meine letzte Loveparade in Berlin, denn zu diesem Zeitpunkt war sie einfach zu sehr von Party-Proleten bevölkert und auch die Aggressivität nahm zu. Dieses habe ich allerdings auch bei dem Generation-Move in Hamburg feststellen müssen.

Ich war aber gerne ein Teil dieser Loveparade-Familie und möchte die Zeit damals auch um nichts missen. Auch wenn man alleine anreiste, man fand immer ganz schnell Anschluss. Die Parade wurde zelebriert, dann ging es auf eine oder mehrere Partys und den Abschluss krönte meist eine Party in irgendeinem Park die bis in den Nachmittag ging, oft mit Sven Väth als DJ.

Die Loveparades, welche danach kamen habe ich dann nicht mehr mitgemacht, hatte aber überlegt, mal wieder zu einer hinzufahren. Doch dann kam das Unglück in Duisburg. Auch ich habe am Rande im Vorfeld mitbekommen, was da los sein würde. Eine Loveparade, die im Kreis auf einem eingezäunten Gelände stattfinden soll, fand ich eher seltsam. Das es dort aber nur einen Zugang durch einen Tunnel geben würde, war mir nicht so bewusst. Wenn ich das gewusst hätte, hätte auch ich aus meiner Loveparade-Erfahrung gesagt: „Das kann doch nicht funktionieren“. Aus meiner Sich hat völlige Inkompetenz bzw. die Gier nach Ruhm zu diesem Unglück geführt, bei dem 20 Tote und hunderte Verletzte zu beklagen sind. Was mich aber regelrecht wütend macht, sind die Beteuerungen der Veranstalter oder auch der Verantwortlichen in den Behörden inkl. Dem Bürgermeister von Duisburg. Plötzlich will keiner Schuld sein, der schwarze Peter wird von einem zum anderen geschoben usw. Sogar eigene Aussagen werden auf einmal angezweifelt. Nachmittags verkündete man noch stolz, dass 1,4 Menschen zur Loveparade gekommen wären. Nun ein paar Tage nach dem Unglück waren es plötzlich angeblich nur noch 200.000. In meinen Augen jedenfalls müssen hier einige Köpfe rollen, allen voran der vom Veranstalter. Allein die Kombination von einer Billig-Fitnesskette und als Veranstalter der Loveparade hat für mich persönlich einen ganz üblen Beigeschmack und hat aber auch so gar nicht mehr mit dem „Spirit“ der Anfänge der Loveparade zu tun.

Und dann meldet sich auch noch die unsägliche Eva Herman zu Wort und bezeichnet das Unglück als „Strafe Gottes“ für „Sodom & Gomorrha“. Hallo Frau Herman, geht es noch. Meinungsfreiheit ist ja schön und gut, aber Opfer zu verhöhnen bzw. als selbst Schuld an ihrem Tod zu bezeichnen ist schon ziemlich geschmacklos. Natürlich ist die Loveparade „eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie“. Sicher. Genauso wie der Kölner Karneval oder das Oktoberfest in München. Frau Herman, melden sie sich hier doch auch mal zu Wort. Ferner würde mich auch interessieren, wie sie die Massenpanik in Mekka im Jahr 2006, bei der über 300 Menschen zu Tode kamen, bezeichnet.? War da auch eine höhere Macht am Werk? Und für was wurde da die „Strafe“ angewendet?

Eine Idee aus einer kleinen Szene heraus ist zu etwas Großem geworden, viele Wegbereiter haben sich im Laufe der Jahre abgewendet und durch ein Unglück ist nun offenbar das Ende der Loveparade besiegelt. Wobei ich mir sicher bin, dass es in einigen Jahren sicher eine Neuauflage geben wird, denn verdienen kann man daran offenbar ja noch immer.

Mein Mitgefühl gilt vor allem den Angehörigen und Freunden der Opfer. Mögen die Verstorbenen in einer besseren Welt gemeinsam feiern.

„We Are One Family“

(Motto der Loveparade 1996)

Die Rechnung

Fundstücke, Kino, Politik, Video | Posted by idrzewiecki
Okt 27 2009

Bei den Lesbisch Schwulen Filmtagen lief u.a. auch ein Trailer der Organisation Germanwatch, den ich sehr gut gemacht finde. Aber seht selbst:

Deutschland hat gewählt – Ich auch

Hamburg, Politik | Posted by idrzewiecki
Sep 27 2009

Das war nun also die Bundestagswahl 2009. Fazit: Mit Aussitzen kommt man auch gut voran bzw. bleibt an der macht. So wie es nun ausschaut, wird es wohl ziemlich sicher eine CDU/FDP-Regierung in den nächsten vier Jahren geben. Ich kann ganz offen sagen, dass da nicht meine Wunschzusammenstellung ist. Wenn man sich noch mal die Wahlprogramme der beiden Parteien vor Augen hält, dann kommt da in den nächsten Jahren sicher einiges auf uns zu. Aus schwul-/lesbischer Sicht wird es sicher keine weiteren Fortschritte geben – trotz eines voraussichtlichen schwulen Vizekanzlers/Außenministers. Als nächstes darf man gespannt sein, was aus den Zusagen in Sachen „Steuererleichterungen“ wird.

Dann wäre da die Atomenergie: Hier wird es ganz sicher einen Rückschritt geben, denn die CDU plädiert ja für eine Verlängerung der Laufzeiten der AKWs. Gerade hier in der Nähe von Krümmel und Gorleben kann ich das so gar nicht gutheißen.

Was ich in den vergangenen Wochen auch nicht mehr hören konnte, war beispielsweise Herr Westerwelle, der einerseits immer wieder runter betete „Arbeit muss sich wieder lohnen“, andererseits ist die FDP (genauso wie die CDU) gegen einen gesetzlichen Mindestlohn.

Wenn ich mir so die Wahlergebnisse in Hamburg anschaue, dann kann ich aber sagen, dass die Hamburger offenbar nicht „schuld“ am Wahlausgang sind. Die Erststimmen – also die Direktkandidaten – gingen fast überall an die SPD bzw. einmal sogar an die Grünen (Krista Sager). Zumindest ist das der derzeitige Stand bei den Auszählungen. Diese kann man hier live nachverfolgen: Statistikamt Nord – Wahlen in Hamburg

Mad World – Peaceful Protest in San Diego

CSD, Politik, schwul, Video | Posted by idrzewiecki
Jun 04 2009

Keine Stimme den Nazis!

Hamburg, Politik | Posted by idrzewiecki
Apr 29 2008

Am 1. Mai planen die Rechten in Hamburg wieder mal eine Demonstration. Dass sie diese ordnungsgemäß angemeldet haben, kann man ihnen leider nach dem Versammlungsgesetz nicht verbieten. Dieses sind eben die Nachteile von einem “Freien Versammlungsrecht”. Aber man muss sich das ja nicht tatenlos gefallen lassen. Da die Demonstration der Rechten in Barmbek stattfinden soll gibt es nun dort massiven Widerstand. Im Stadtteil Barmbek wird zu zahlreichen Protestaktionen aufgerufen. Viele der dort ansässigen Unternehmen und Geschäfte haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen.

Am 29. April wird es beispielsweise das Antifaschistische LKW-Konzert geben. Als Künstler dabei sind u.a. Samy deluxe, Jan Delay und Deichkind. Der Start ist am 29. April um 16.00 Uhr am Busbahnhof Barmbek.

Die Gegendemonstration am 1. Mai startet am ab 10.00 Uhr am U-/S-Bahnhof Barmbek. Ich hoffe in diesem Zusammenhang allerdings sehr, dass nicht wieder irgendwelche Krawallmacher mit unterwegs sind, die nur auf der Suche nach einer Konfrontation mit der Polizei aus sind. Hier sind alle friedlichen Gegendemonstranten gefragt! Denn so etwas wie im Oktober 2006 braucht niemand!

Linktipp: www.keine-stimme-den-nazis.org

Wofür wählt man eigentlich noch?

Hamburg, Persönliche Gedanken, Politik | Posted by idrzewiecki
Mrz 08 2008

Was hört man nicht immer für Wahlversprechen und Beteuerungen im Wahlkampf. Das war auch hier in Hamburg nicht anderes. Da wurde vor allem immer betont, wer mit wem nicht will und so. Und natürlich was einige so wollen. Bei der GAL war eines der großen plakativen Dinge, dass der CDU-Senat weg müsse bzw. eben Ole von Beust.

Dann kam die Wahl und was passierte? Keine klaren Verhältnisse bzw. Mehrheiten. Eine große Koalition scheint den großen Parteien CDU und SPD offenbar nicht wirklich zu schmecken. Und die Linken sind ja Pfui, also bleibt ja nur noch eine andere wirkliche Alternative: Schwarz-grün.

Hallo, hab ich da irgendwas verpasst. Mal ganz ehrlich, ich habe sicher dieses Mal nicht GAL gewählt, um König Ole als Bürgermeister zu behalten. Und dass sich nun die GAL nicht zu schade ist, mit dem noch vor wenigen Wochen beschimpften CDU-Senat gemeinsame Sache zu machen enttäuscht mich noch viel mehr. Nein, es macht mich sogar richtiggehend wütend. Wenn man dann auch noch sieht, wie kritiklos auf einmal die GAL geworden ist, bleibt mir da eigentlich nur eine Konsequenz draus zu ziehen: „Liebe GAL, danke für die Wählerverarschung. Meine Stimme bekommt ihr so schnell nicht mehr!“

Offenbar ist Machterhalt (von Beust) bzw. Machterlangung (GAL) das einzige, was den Politikern wirklich wichtig ist. So wendet man eine weitere Wählerverdrossenheit sicher ab…

Volkentscheid in Hamburg ist gescheitert

Hamburg, Politik | Posted by idrzewiecki
Okt 14 2007

Es ist kein Scheitern, wenn das Unmögliche nicht gelingt!

„Losgelöst vom Wahltag, mit Zustimmungshürden, die noch nie bei einem Volksentscheid geschafft wurden – es wäre fast ein Weltwunder gewesen, wenn wir diesen Volksentscheid geschafft hätten“ – so Initiativensprecherin Angelika Gardiner am Sonntag nach Schließung der Abstimmungslokale. „Wir haben das Unmögliche versucht, und für uns ist es kein Scheitern, dass uns dies nicht gelungen ist.“ Um erfolgreich zu sein, hätten etwa 80 Prozent aller Wahlberechtigten an der Abstimmung teilnehmen müssen, damit die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit zustande gekommen wäre, denn diese Zweidrittel-Mehrheit muss in Hamburg aus mindestens 50 Prozent aller Wahlberechtigten bestehen. Gardiner: „Ein solches Quorum ist allenfalls parallel zu einer Bundestagswahl zu schaffen. Selbst am Tag einer Bürgerschaftswahl kann es kaum gelingen.“ Insofern sei die Strategie der CDU aufgegangen, den Volksentscheid vom Wahltag abzukoppeln und eine völlig überzogene Verunsicherungskampagne zu fahren.

Trotzdem spricht die Initiative von einem eindrucksvollen Erfolg: „Hunderttausende von Hamburgern und Hamburgerinnen haben ein deutliches Signal gesetzt, dass sie mehr Demokratie und verbindliche Volksentscheide haben wollen. Die CDU wird begreifen müssen, dass sie auf lange Sicht nicht erfolgreich Politik gegen das Volk machen kann.“ Der Umgang mit dem Bürgerwillen werde ein Dauerthema in der Hamburger Politik bleiben. „Die CDU wird noch manche Überraschung erleben“, so Mehr-Demokratie-Vorstandsmitglied Gardiner. „Wir kämpfen seit zehn Jahren für praktikable und verbindliche Volksentscheide nach dem Vorbild zahlreicher anderer Länder. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass wir jetzt aufgeben.“ Nachdem die Bürgerschaft im Frühjahr das erfolgreiche Volksbegehren für bürgerfreundliche Durchführungsregeln von Volksabstimmungen übernommen habe, könne sich die CDU jetzt doch auch auf die Bürger zubewegen. „Herr von Beust, lassen Sie die Blockadehaltung endlich sein!“

Mehr Infos: www.rettet-den-volksentscheid.de

Rettet den Volksentscheid

Hamburg, Politik | Posted by idrzewiecki
Sep 23 2007

In Hamburg geht es derzeit um eine politische Zukunft. Es geht nämlich aktuell um den Volksentscheid. Um was genau geht es bei einem Volksentscheid überhaupt?

Darum geht es bei „Hamburg stärkt den Volksentscheid“

Artikel 50 der Hamburgischen Verfassung regelt die Volksgesetzgebung – leider ohne den Zusatz, dass sich Senat und Bürgerschaft an Ergebnisse von Volksentscheiden zu halten haben. Deshalb konnten die städtischen Krankenhäuser verkauft und das neue Wahlrecht noch vor seiner ersten Anwendung auf den Kopf gestellt werden – trotz erfolgreicher Volksentscheide!

Damit so etwas nie wieder passiert, sieht „Hamburg stärkt den Volksentscheid“ Klarstellungen in Artikel 50 vor. Um folgende Punkte geht es:

  • Wenn Volksentscheide von der Bürgerschaft aufgehoben oder verändert werden sollen, können 2,5 % der Wahlberechtigten (30.000) beantragen, dass über die Änderung in einem vereinfachten Volksentscheid erneut abgestimmt wird. Jede Regierung wird es sich dann dreimal überlegen, ob sie Volksentscheide kippt. Damit werden Volksentscheide verbindlicher.
  • Volksentscheide sollen nicht deswegen unzulässig sein, weil sie finanzielle Auswirkungen haben. Andernfalls wäre kaum ein Volksentscheid zulässig. Haushaltspläne bleiben weiterhin tabu.
  • Volksentscheide über Sachfragen, die nicht als Gesetz formuliert wurden, sollen genauso verbindlich sein wie vom Volk beschlossene Gesetze.
  • Die notwendige Mindestbeteiligung für Verfassungsänderungen durch Volksentscheid wird von jetzt 50 % (ca. 607.000) auf 35 % (ca. 420.000) der Wahlberechtigten gesenkt, wobei mindestens zwei Drittel der Teilnehmenden mit Ja gestimmt haben müssen. Bei einfachen Gesetzen sinkt die Mindestbeteiligung von 20% (240.000) auf 17,5 % (210.000).

Damit wird die Volksgesetzgebung anwendungsfreundlicher. Die Hürden bleiben zwar immer noch sehr hoch (international sind keine Hürden üblich), aber sie werden für Verfassungsänderungen erstmals praktikabel und sichern zugleich, dass Verfassungsänderungen die Ausnahme bleiben.

In der Vergangenheit hat der CDU-geführte Senat unter Ole von Beust mehrfach beweisen, dass er selbstverständlich gerne die Stimmen der Hamburger einsackt, aber über Volksbegehren – also Entscheidungen der Wähler – einfach hinwegsetzt und sie förmlich als dumm oder zu unwissend darstellt. Doch dieser Bumerang kam in der Vergangenheit jetzt schon mehrfach mit voller Wucht gegen den Senat zurück, wie beispielsweise bei den vielen Rückkehrwilligen vom Verkauf der Krankenhäuser betroffenen Angestellten.

Es kann daher nicht sein, dass die Hamburger CDU so tut, als wenn die Bürger unfähig sind, etwas was ihre Stadt – und auch ihre Steuergelder – betrifft, mit zu entscheiden. Dabei ist zu beobachten, dass im Zuge dieses Volksentscheides der CDU offenbar der „Arsch auf Grundeis“ geht, denn anders kann man sich diese aggressive „Wahlkampagne“ gegen den Volksentscheid (übrigens auch aus Steuergeldern finanziert!) nicht erklären. Allein wenn man sich die unterschiedlichen Stellungnahmen in der Infobroschüre anschaut, wird man das Gefühl nicht los, dass die CDU hier sehr plakativ und vor allem prollig-polemisch agiert.

Ich jedenfalls weiß, wie ich mich zu entscheiden habe, nämlich mit einem eindeutigen JA.

Eine unbequeme Wahrheit

Kino, Live Earth, Politik, TV | Posted by idrzewiecki
Jul 03 2007

Ja, das ist dieser Film wirklich, vor allem für die USA. Sicherlich sind auch andere Staaten der Erde mit für die immer mehr steigenden CO²-Werte verantwortlich, aber die USA haben mit den größten Anteil daran.

Jedenfalls lief dieser Oscarprämierte Dokumentarfilm im Rahmenprogramm des kommenden Live Earth-Konzertes in Hamburg. Im CinemaxX wurde dieser Film heute abend noch einmal gezeigt – ganz ohne Eintritt.

Ich kann nur sagen, wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte das auf alle Fälle tun. U.a. kann man ihn am kommenden Samstag um 20.15 Uhr auf Pro7 schauen.

Witzig oder geschmacklos?

DSDS, Musik, Politik, TV | Posted by idrzewiecki
Apr 28 2007

Stefan Raab macht sich im Moment einen Spaß daraus, in seiner Show TV Total für die “Freilassung” von Max Buskohl zu plädieren. An und für sich kann er das ja gerne tun. Das ich Max eh für völlig überbewertet halte, habe ich ja schon diverse Male erwähnt. Allerdings schießt Raab mit einer Sache ganz gewaltig über das Ziel hinaus. Er benutzt nämlich ein verändertes Geiselbild der RAF und fordert die Freilassung von MAx aus den Händen von RTL. Ich weiß nicht, ob es vielleicht daran liegt, dass ich die Originalbilder der damaligen Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer selbst miterlebt habe, aber ich finde diese Art der angebliche Satire weit unterhalb jeglichen Niveaus. Das das Niveau von Stefan Raab eh machmal schon ziemlich niedrig ist, ist ja nichts neues, aber mit dieser Aktion stellt er sich selber ein Armuntzeugnis aus. Ich finde es ganz und gar nicht witzig.

Hier mal ein Artikel von web.de:

RAF-Fotomontage von Stefan Raab sorgt für Empörung
München (afp/dpa) – Die Präsentation einer Fotomontage des Pro-7-Moderators Stefan Raab in seiner Sendung “TV-TOTAL” vom Donnerstag hat bei Politikern und Angehörigen von RAF-Opfern Empörung und Entsetzen ausgelöst.


Das berichtete die “Bild”-Zeitung. Raab hatte Max Buskohl, den gefeuerten Kandidaten der RTL-Casting-Show “Deutschland sucht den Superstar”, als Terror-Geisel vor rotem Stern und Maschinengewehr gezeigt. “Seit 196 Tagen Gefangener von R.T.L.” stand auf dem Plakat vor Buskohls Brust – ganz im Stil der Botschaft, mit der RAF-Terroristen 1977 Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer vorführten.

Schleyers Familie zeigte sich “entsetzt” über Raabs Entgleisungen. Schleyer-Sohn Jörg sagte “Bild”: “Auf Kosten der RAF-Opfer wird hier ein schlimmes Verbrechen ins Lächerliche gezogen und verharmlost. Das geht weit unter die Gürtellinie, hat nichts mehr mit Satire oder gar Humor zu tun.” RAF-Experte, Jurist und Buchautor Butz Peters sagte: “Scherze dieser Art verbieten sich angesichts der brutalen Taten der RAF.” “Wer Fotos von RAF-Opfern für Show-Effekte nutzt, handelt unverantwortlich. So wird die Erinnerung an die schweren Verbrechen der RAF der Lächerlichkeit preisgeben”, kritisierte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). “Ich appelliere an die Verantwortlichen im Fernsehen, durch die Art und Weise ihrer Sendungen nicht dazu beizutragen, dass die Verbrechen der RAF bagatellisiert und die Gefühle der Angehörigen verletzt werden.”

“Stefan Raab verletzt die Gefühle der Hinterbliebenen, verhöhnt die Opfer”, sagte CDU-Medienpolitikerin Rita Pawelski. Auch der von Raab angegriffene “Superstar”-Sender reagierte laut “Bild” empört. Ein RTL-Sprecher sagte der Zeitung: “Das Thema RAF als Hintergrund für vermeintliche Witze zu wählen, ist mehr als geschmacklos, insbesondere den Opfern und ihren Angehörigen gegenüber. Wir finden es sehr bedenklich, dass ProSieben solche Töne gegenüber Wettbewerbern anschlägt.”

Ein Pro7-Sprecher reagierte gelassen. “TV Total ist Satire. Jeder versteht, worum es Stefan Raab bei dieser Aktion ging.” Raab sagte der “Bild”-Zeitung, er habe damit nicht die Opfer der RAF verunglimpfen wollen. “Ich kritisiere die Knebelverträge von RTL”.

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